wachen 0-2,5J

Gute Wachphasen beruhen auch auf guten Schlafphasen. Alles im Leben braucht ein gleiches Gegengewicht. Das Einatmen braucht ein Ausatmen. Nahrungsaufnahme braucht eine Verdauungspause. Aktivität braucht auch Ruhe. Das Eine braucht das Andere um gut zu funktionieren.

Daher ist das A und O, dass wir als Eltern über dieses Gleichgewicht wachen. Dass wir ein Auge darauf haben, dass unsere Kinder während dem Tag nicht nur viel Aktivität und Vergnügen haben, sondern, dass sie auch reichlich Zeit zum Ruhen, alleinigen Spielen und Schlafen haben.

In den ersten Wochen, sind die kurzen Wachphasen für das zunächst wichtigste – das Essen zu verwenden. Ausgedehnte Mahlzeiten (innerhalb von  45 min mit liebevoller, feinfühliger Begegnung und Körperpflege). Diese Wachphasen (zunächst nur liebevolle Grundversorgungsphasen) müssen aber von den Eltern „verwaltet“ werden. D. h. die Eltern sind nicht nur die Wächter des Schlafes, sondern auch die Wächter darüber, wie viel Wachzeit das kleine Baby vertragen kann. Die Fürsorge der Eltern leitet sie an, das Neugeborene nach z.B. 45 min -1  Std. wieder hinzulegen und es in den Schlaf gleiten zu lassen. Und es nötigenfalls in angemessener stufenweiser Hilfestellung in den Schlaf zu führen.

Je älter das Baby wird, umso intensiver nimmt es auch seine Umgebung wahr.  So nimmt ein Baby mit 3 Monaten einen Besuch außer Haus nun schon viel klarer wahr, was unter Umständen Verunsicherung und vermehrte Unruhe mit sich bringen kann. Oder aber ein Baby mit 15 Monaten kann nun manche Alltagsaktivitäten, die es zuvor noch leicht verkraftet hat (z. B. Besuch von Freunden oder Verwandten), jetzt schon als sehr aufregend erleben (die Freude ist riesengroß, neue Dinge werden gezeigt, viele Stimmen, vielleicht die ersten Schritte vorgeführt, etc.), sodass es schneller auch wieder erschöpft ist und ein wenig Zeit für sich braucht. (z. B. mit Mami in ein ruhiges Zimmer gehen, etc.)

Kindergartenkinder haben mit dem Eintritt in den Kindergarten wiederum eine neue intensive Erlebniswelt, die ihre Aufmerksamkeit sehr fordert. So ist das Beisammensein mit den Spielkammeraden, die neuen Regeln und Vorgänge etwas sehr Spannendes, aber auch zugleich etwas sehr Anstrengendes. Daher sollte je nach Alter des Kindes, Wert auf den Mittagsschlaf in altersadäquater Dauer gelegt werden. Mit zunehmendem Alter entfällt dann auch der Mittagsschlaf. Hier bietet sich aber eine Mittagsruhe an, welche z. B. Bücher ansehen oder ähnliches sein kann. Damit wird Raum für Erholung geschaffen, die wieder etwas Kraft für Aktivität bringt.
Aktivitäten und Besuche nach dem Kindergarten sollten eher sparsam erfolgen, da es für den Reifungs-/Entwicklungsprozess sehr wichtig ist, dass unsere Kinder aus sich heraus kreativ spielen können.